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19. August 2025

RadiCatch Hybrid: Filtration kombiniert mit kompakter Abklinglagerung

RadiCatch Hybrid: combining filtration with compact decay storage

Zereau

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Mit dem Wachstum der Radionuklidtherapie stehen Krankenhäuser vor einer praktischen Infrastrukturfrage: Wie lässt sich radioaktives Abwasser aus Therapiezimmern sicher managen, ohne unnötig große oder komplexe technische Anlagen zu schaffen?

Bei Zuyderland kombiniert RadiCatch Hybrid urinseparierende Toiletten, eine zentrale Radionuklidfiltration und eine kompakte Abklinglagerung des verbleibenden flüssigen Abwassers. Ein innovativer Infrastrukturansatz für nuklearmedizinische Abteilungen mit mehreren Therapiezimmern.

Neu denken, was gelagert werden muss

Konventionelle Systeme sammeln das Abwasser aus dem Therapiezimmer in der Regel und halten es in Tanks zurück, während die Radioaktivität abklingt. Das ist ein bewährter Ansatz, kann aber erhebliches Tankvolumen, Technikflächen, Abschirmung, Rohrleitungen und Steuerungstechnik erfordern.

RadiCatch Hybrid geht von anderen Fragen aus: Wie lässt sich die Radionuklidaktivität konzentrieren, und warum sollten alle Abwasserströme auf dieselbe Weise gelagert werden?

Die Antwort kann zu einer deutlich kompakteren Infrastruktur führen, die kosteneffizient und umweltfreundlich ist. Zudem schafft sie Flexibilität für Wachstum und neue Radionuklide in der Therapie.

Urin abtrennen, bevor er die Tanks erreicht

Nach einer Radionuklidtherapie verlässt der weitaus größte Teil der verabreichten Radioaktivität den Patienten über den Urin. RadiCatch Hybrid trennt diesen Urinstrom daher direkt an der Quelle – der Toilette des Patienten – vom übrigen Abwasser.

Jedes Therapiezimmer ist mit einer urinseparierenden Toilette ausgestattet. Der Urin wird über eine eigene Leitung zu einer zentralen RadiCatch-Filtrationsanlage transportiert. Die Radionuklide werden in den Filtern aufgefangen, während andere Abwasserströme in eine deutlich kompaktere Abklinglagerung geleitet werden können.

So entsteht eine andere Aufteilung der zu managenden Ströme:

Urin wird in der Toilette abgetrennt und zu einem zentralen Filtersystem geleitet. Das Filtersystem besteht aus mehreren Filtern, die abwechselnd genutzt werden. Radionuklide werden in den Filtern konzentriert und zurückgehalten. Der Urin kann nach der Filtration abgeleitet oder in den kompakten Abklingtanks gelagert werden. Die kompakten Abklingtanks sind für das verbleibende Schwarzwasser (Fäkalien, Toilettenpapier, Spülwasser) vorgesehen. Erschöpfte Filter verbleiben bis zum vollständigen Abklingen in der zentralen Anlage.

Urin zur zentralen Filtration

Übriges Abwasser zur kompakten Abklinglagerung

Urine to central filtration

Statt das gesamte System auf die Lagerung des gesamten Abwassers auszulegen, übernehmen Filtration und Abklinglagerung jeweils die Ströme, für die sie am besten geeignet sind.

Eine kompakte Anlage bei Zuyderland

Dieses Prinzip wird im Zuyderland Medical Center in den Niederlanden angewendet. Die Therapiezimmer sind mit urinseparierenden Toiletten ausgestattet, die an eine kompakte, zentral im Untergeschoss gelegene technische Anlage angeschlossen sind. Benötigt wurden lediglich 15 m2 Grundfläche und nur 5 m3 Tankkapazität.

Die Konfiguration ermöglicht es, mehrere Zimmer über ein Filtrationssystem zu versorgen. Der Großteil der Technik bleibt daher außerhalb der Patientenumgebung, während die Zimmer selbst nur die urinseparierende Toilette und die erforderlichen Anschlüsse benötigen.

Kompakte Abklingtanks ergänzen das Filtrationssystem. Da der konzentrierte Urinstrom separat behandelt wird, haben die Tanks eine andere Funktion als konventionelle Systeme, die für die gesamte radioaktive Abwasserlast ausgelegt sind.

Radioaktivität im Filter abklingen lassen

Die zentrale Filtration bietet einen weiteren betrieblichen Vorteil. Sobald Radionuklide aufgefangen wurden, müssen die gebrauchten Filter nicht unbedingt sofort ausgetauscht und abtransportiert werden.

Die Filter befinden sich in einer abgeschirmten technischen Umgebung und können in der zentralen Anlage verbleiben, während ihr radioaktiver Inhalt abklingt. Filterwechsel, Lagerung und die anschließende Handhabung lassen sich in einen kontrollierten technischen Prozess einbinden. Für das Krankenhaus bedeutet dies, dass es bei der Planung nicht nur um weniger physische Infrastruktur geht. Sie verringert auch den Umgang mit radioaktivem Abwasser und radioaktiven Materialien. Das Ergebnis ist ein System, das auf einen kleinen technischen Platzbedarf, begrenzte Handhabung und zentrale Steuerung ausgelegt ist.

„RadiCatch Hybrid trennt zuerst den konzentrierten radioaktiven Urinstrom ab, sodass Filtration und Abklinglagerung jeweils eine bestimmte Funktion erfüllen können.“

Zereau

Eine Architektur passt nicht zu jedem Krankenhaus

RadiCatch Hybrid soll dezentrale RadiCatch-Systeme nicht ersetzen. Die geeignete Lösung hängt von der Gebäudestruktur des Krankenhauses, der vorhandenen Infrastruktur, der Anzahl der Therapiezimmer, den eingesetzten Radionukliden und den Plänen für künftige Kapazitäten ab.

Ein eigenständiges RadiCatch Toilet Filter System kann besonders wertvoll sein, wenn ein Krankenhaus ein einzelnes Therapiezimmer oder eine tagesklinische Therapie ausstatten möchte, ohne umfangreiche zentrale Abwasserinfrastruktur zu errichten.

A stand-alone system keeps filtration in the treatment room.
Ein eigenständiges System hält die Filtration im Therapiezimmer.

Eine FilterBOX kann einen weiteren Weg bieten, zum Beispiel wenn eine bestehende Abklinganlage mit unzureichender Kapazität für Wachstum und neue Radionuklide um eine Filtration ergänzt wird.

A FilterBOX adds filtration where decay tanks are already in place.
Eine FilterBOX ergänzt die Filtration dort, wo bereits Abklinganlagen vorhanden sind.

Hybrid wird besonders relevant, wenn:

eine Abteilung neu gebaut oder grundlegend renoviert wird zentrale Technikflächen abseits der Patientenzimmer verfügbar sind die Kapazität konventioneller Abklinganlagen sonst wegen Platzbedarf, Systemgewicht (wie bei Zuyderland) oder aus anderen Gründen zum Engpass würde das Krankenhaus die Handhabung in den einzelnen Therapiezimmern minimieren möchte

Ziel ist es daher nicht, eine bestimmte technische Lösung vorzuschreiben. Es geht darum, die Abwasserarchitektur zu wählen, die am besten zur klinischen und baulichen Situation des Krankenhauses passt.

Infrastruktur, die mit der Therapie wachsen kann

Statt mit der Frage zu beginnen, wie viel Abwasser ein Krankenhaus lagern muss, beginnt die Planung damit, zu ermitteln, wo die Radioaktivität konzentriert ist und wie dieser Strom am wirksamsten gemanagt werden kann.

Für manche Krankenhäuser bietet eine vollständig dezentrale Filtration die größte Flexibilität. Bei anderen lassen sich bestehende Abklinganlagen mit Filtration kombinieren. Und wo sich mehrere Therapiezimmer eine zentrale Infrastruktur teilen können, wird RadiCatch Hybrid zur Chance.

Mit der Ausweitung der Radionuklidtherapie werden Flexibilität und Zukunftssicherheit immer wichtiger. Zusätzliche Behandlungskapazität muss nicht zwangsläufig größere Abwasseranlagen bedeuten.

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